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Medizinstudium im Ausland: Tipps für die perfekte Vorbereitung

Lena
27.08.2021
5 Min

Wer Medizin studieren möchte, muss das nicht zwangsläufig in Deutschland tun. Hast du schon einmal über ein Medizinstudium im Ausland nachgedacht? Viele deutsche Bewerber/innen entscheiden sich dazu, im Ausland zu studieren, da sie keinen Studienplatz in Deutschland erhalten.

Bevor du ins Ausland gehst und dort dein Studium beginnst, solltest du dich schon in Deutschland gut auf diese Zeit vorbereiten. In diesem Beitrag haben wir einige Tipps für dich, die du vor deinem Auslandsaufenthalt berücksichtigen solltest. Wenn du noch nicht weißt, in welchem Land du studieren möchtest, dann schau am besten in unserem Univergleich vorbei.

Viele Studierende beginnen ihr Medizinstudium im Ausland, wechseln aber nach einige Semestern wieder zurück nach Deutschland. Dieser Vorgang ist zwar kompliziert, aber nicht unmöglich. Um mehr darüber zu erfahren, solltest du dir unseren Artikel „Vom Ausland zurück nach Deutschland: So funktioniert dein Studiengangswechsel“ ansehen.

Sprachliche Vorbereitung

Wenn du im Ausland Medizin studierst, dann ist es üblich, dass der Unterricht auf Englisch stattfindet. Es gibt allerdings auch Universitäten, die auf Französisch oder Niederländisch unterrichten. Wenn du keine Lust auf eine Fremdsprache hast, dann gibt es natürlich auch im Ausland die Möglichkeit, auf Deutsch zu studieren. In Österreich und Ungarn bieten einige Universitäten ein deutschsprachiges Medizinstudium an.

Egal ob du auf Englisch studierst oder nicht: Es ist von Vorteil, wenn du auch die Landessprache deiner neuen Heimat verstehst und beherrscht. Im Alltag, beim Bekanntschaften schließen oder beim Kontakt mit den Patienten finden die meisten Gespräche nicht auf Englisch, sondern in der Landessprache statt. Die meisten Universitäten bieten in den ersten Semestern begleitende Sprachkurse an, bei denen du die Grundlagen der neuen Fremdsprache lernen kannst.

Die sprachliche Vorbereitung ist sehr wichtig. Wenn du schon vor Beginn des Studiums genug Motivation hast, dann kannst du z. B. Sprachkurse besuchen oder online üben. Auch in Deutschland gibt es spezifische medizinische Sprachkurse, in denen du naturwissenschaftliche und medizinische Termini lernst. Die Teilnahme an solchen Kursen wird unter Umständen bei deiner Bewerbung an einer ausländischen Universität positiv berücksichtigt.

Das Sprachzertifikat zum Nachweis deiner z. B. englischen, französischen oder niederländischen Sprachkenntnisse solltest du schon vor deiner Bewerbung vorliegen haben. Welche bestimmten Zertifikate die ausländischen Universitäten von dir verlangen, ist ganz unterschiedlich. Recherchiere am besten auf der Website der Universität, welche Unterlagen du bei der Bewerbung einreichen musst!

Bewerbungsverfahren im Ausland

Um an einer Universität im Ausland angenommen zu werden, musst du meist keine besonderen Bedingungen erfüllen. Viele ausländische Universitäten achten ausschließlich auf deine Abiturnote und deine Motivation für das Studium. Da es keinen Numerus Clausus gibt, ist es für viele deutsche Abiturient/innen einfacher, dort einen Medizinstudienplatz zu erhalten. Deshalb gilt immer: Je motivierter du bist, desto besser sind deine Chancen auf eine Zulassung. Einige Universitäten achten auch auf deine gesammelten praktischen Erfahrungen (Krankenpflegepraktikum oder Ausbildung) oder deine naturwissenschaftlichen Leistungskurse (Biologie, Chemie, Physik) im Abitur.

Ablauf der Aufnahmeprüfung

Wie das Bewerbungsverfahren im Ausland abläuft, ist abhängig von der jeweiligen Universität. Oft musst du eine Aufnahmeprüfung absolvieren. Diese findet in der künftigen Unterrichtssprache statt und wird sehr oft in Form von Multiple-Choice-Tests durchgeführt. Damit werden deine Kenntnisse in den naturwissenschaftlichen Fächern (Biologie, Chemie, Physik) getestet. Im Allgemeinen folgt dem schriftlichen Test noch ein mündlicher Teil. Dabei handelt es sich meist um ein persönliches Gespräch und/oder ein Gruppengespräch. Um dich auf den mündlichen Teil der Aufnahmeprüfung vorzubereiten, kannst du die Gesprächssituation mit deinen Freunden oder deiner Familie üben.

Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung

Die Fragen, die dir die Mitglieder des Auswahlkomitees während des Gesprächs stellen, sind oft sehr ähnlich. Typischen Fragen können z. B. „Warum haben Sie sich für unsere Universität entschieden?“ oder „Warum haben Sie den Studiengang Humanmedizin ausgewählt?“ sein. Viele davon haben wir in unserem Beitrag „Auswahlgespräch im AdH: So überzeugst du alle von dir“ schon für dich aufgelistet. Wenn du noch mehr Informationen zur Aufnahmeprüfung benötigst, dann schau am besten auf der Website der jeweiligen Universität vorbei. Viele Universitäten grenzen dort die Themen für die Aufnahmeprüfung ein.

Wenn du dich inhaltlich auf den schriftlichen Teil der Aufnahmeprüfung vorbereiten möchtest, dann solltest du in den Staatsbibliotheken nach Literatur suchen. Hier findest du oft Lehrbücher auf Englisch, die sehr hilfreich für das Selbststudium sind. Heutzutage gibt es allerdings auch mehrere Möglichkeiten, Online-Kurse zur Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung zu buchen. Diese sind manchmal sogar kostenlos oder relativ kostengünstig. Wenn du lieber in einer Gruppe lernst, dann solltest du die sozialen Netzwerke durchsuchen. Über z. B. Facebook findest du oft Gruppen mit Gleichgesinnten, die sich gemeinsam auf die Aufnahmeprüfungen vorbereiten wollen.

Eine weitere Möglichkeit zur Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung sind universitätseigene Vorbereitungskurse. Manche Universitäten (Medizinische Universität SofiaUniversität SzegedUniversität Rijeka und St. Camillus Universität in Rom) bieten auch vor Ort spezielle kostenintensive Vorbereitungskurse an.

Die meisten Universitäten erwarten von dir, dass du persönlich zur Aufnahmeprüfung erscheinst. In der Regel gilt das Testergebnis dieser Prüfung dann nur für eine bestimmte Universität. Wenn du dich an mehreren Universitäten mit einem Ergebnis bewerben möchtest, dann solltest du z. B. den BioMedical Admissions Test (BMAT) absolvieren. Damit kannst du dich an folgenden Universität bewerben, ohne einen weiteren Test zu absolvieren: Universität CambridgeUniversity of OxfordUniversity College LondonUniversität LeidenUniversität PecsUniversität ZagrebMedizinischen Universität Warschau.

Kosten für das Medizinstudium im Ausland

Es ist wichtig, dass du die Kosten, die bei einem Auslandsaufenthalt entstehen, nicht unterschätzt. Nicht nur die Studiengebühren können im Ausland ziemlich hoch sein, sondern auch die Lebenshaltungskosten. Wenn du ein bisschen Geld einsparen willst, dann solltest du über ein Studium in einem osteuropäischen Land nachdenken. Dort sind die Lebenshaltungskosten meist sogar niedriger als in Deutschland.

Die Studiengebühren können pro Jahr zwischen 600 € und 80.000 € liegen. Lass dich aber nicht von den hohen Studiengebühren abschrecken. Es gibt bestimmte Möglichkeiten wie z. B. Stipendien, Studienkredite oder BaföG, die dich bei der Finanzierung deines Studiums im Ausland unterstützen.

Wenn du schon jetzt weißt, dass du deine Familie oft besuchen möchtest, dann ist es wahrscheinlich praktischer und kostengünstiger, in einem der Nachbarländer Deutschlands zu studieren. Der Weg nach Hause ist dann vermutlich kürzer und günstiger. Was hältst du z. B. von Österreich? Die Studiengebühren liegen hier bei rund 300 € pro Semester und die Lebenshaltungskosten sind ähnlich wie in die in Deutschland.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei der Suche nach der perfekten Universität im Ausland und drücken dir die Daumen für das Bewerbungsverfahren.

Podcast zum Artikel

Unsere Autoren haben zusätzlich zu dem Thema „Medizinstudium im Ausland“ einen Podcast aufgenommen und klären in dieser Episode viele Fragen zum Thema, wo und wie du im Ausland Medizin studieren kannst.

Lena

Lena studiert Psychologie an der Uni Magdeburg und ist freiberufliche Autorin bei Medizinstudium.io. Ein Medizinstudium wäre ihr Plan B gewesen, sodass sie sich thematisch für den gesamten Bereich begeistern kann. Nicht zuletzt, weil auch ihr Freund Medizinstudent ist. Ihre Themenschwerpunkte liegen bei der Bewerbung, den Medizinertests, dem Univergleich und psychologischen Inhalten.