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Medizinstudium in Deutschland: Die Suche nach der Traumuniversität

Die Suche nach der Traum-Universität ist keine Leichte! Es gibt sehr viele Dinge, die du beachten musst: Welche Stadt bietet mir den qualitativ hochwertigsten Studienverlauf? Wo möchte ich gerne wohnen? Wie hoch sind die Studiengebühren an meiner Traum-Universität? Mit diesem Beitrag wollen wir dir die Suche erleichtern und zeigen dir einige Kriterien, die du bei der Wahl deiner zukünftigen Universität berücksichtigen solltest!

Bewerbung

Einen Mangel an Universitäten/Hochschulen, die das Medizinstudium anbieten, gibt es in Deutschland definitiv nicht. Praktisch in jeder deutschen Großstadt gibt es die Möglichkeit, sich auf einen Platz für das Medizinstudium zu bewerben. Aber wie soll man sich da zwischen insgesamt 39 Universitäten/Hochschulen – 35 staatliche und 6 privaten Institutionen – entscheiden?

60 % aller Studienplätze im Bereich Medizin werden im Rahmen des Auswahlverfahrens der Hochschulen (AdH) vergeben. Das Auswahlverfahren ist allerdings an jeder Universität/Hochschule anders aufgebaut. Am häufigsten werden bestimmte Auswahltests eingesetzt. Du solltest du dich aus diesem Grund am besten schon im Vorhinein für ein bis zwei Universitäten/Hochschulen entscheiden, damit du bei der Vorbereitung auf das universitäts- bzw. hochschuleigene Auswahlverfahren Zeit sparen kannst.

Die Ortspräferenz ist ebenfalls ein wichtiger Grund, sich schon vor der Bewerbung auf ein paar wenige Universitäten/Hochschulen festzulegen. Dabei erstellst du eine personalisierte Liste von allen Universitäten/Hochschulen, an denen du gerne studieren möchtest, mit absteigender Präferenz. Die Wichtigkeit dieser Liste sollte auf keinen Fall unterschätzt werden. Sie kann vor allem dann einen großen Teil zum Bewerbungserfolg beitragen, wenn man nicht am Verfahren der Abiturbestenquote teilnimmt. Viele Hochschulen setzen dann nämlich die erste Ortspräferenz als Zulassungskriterium voraus. Dies kann sehr problematisch für die Bewerber/innen werden, da die erste Ortspräferenz nur einmal besetzt werden kann.

Wie du siehst, gibt es mehrere Gründe dafür, warum es für dich wichtig ist, eine Vorauswahl an Universitäten/Hochschulen zu treffen. Um dich bei dieser Wahl zu unterstützen, haben wir im Folgenden ein paar Kriterien zusammengestellt. Mithilfe dieser Kriterien kannst du die verschiedenen Universitäten/Hochschulen miteinander vergleichen und dich für die beste entscheiden.

Was kostet das Medizinstudium?

Abgesehen von der Zeit, die du in das Bewerbungsverfahren investierst, kostet das Medizinstudium natürlich auch Geld. Da die Ausbildung der Mediziner den Staat im Vergleich zu anderen Studiengängen aber sehr viel Geld kostet (ca. 200.000 Euro pro Studenten/in), freuen sich Medizinstudenten an staatlichen Universitäten/Hochschulen über ein nahezu kostenloses Studium. Doch auch hier fallen vergleichbar kleine Studiengebühren zwischen 100 und 400 Euro pro Semester an.

Die Lebenshaltungskosten sind stark davon abhängig, in welcher Stadt du studierst. Zu diesen Kosten zählen unteranderem die Mietkosten inkl. Nebenkosten, Kosten für Lebensmittel und Kleidung, Fahrtkosten, Lernmittelkosten, Kosten für Versicherungen und Freizeitgestaltung. Im Monat können da schnell mal ca. 700 bis 1.500 Euro zusammenkommen.

Eine kostenintensivere Option zum Medizinstudium an einer staatlichen Universität/Hochschule ist das Studium an einer Privatuniversität. Allerdings bewegen sich die Studiengebühren für Studenten/innen an deutschen privaten Universitäten/Hochschulen zwischen 6.000 und 11.500 Euro pro Semester. Diese Summe muss allerdings nicht sofort bezahlt werden, sondern kann in Form von Darlehen oder Studentenkrediten stückweise abbezahlt werden.

In welcher Stadt soll ich Medizin studieren?

Welche Stadt bietet den perfekten Studienort? Diese Frage kann nur ganz subjektiv von dir allein beantwortet werden. Dabei ist die Wahl des Standortes deiner Universität/Hochschule ganz stark davon abhängig, ob du eher der Großstadt-Typ bist oder ob du dich in einer kleineren Stadt vielleicht viel wohler fühlst.

Typ Großstadt

Wenn du bereit dazu bist, für das Studium in eine Metropole wie Hamburg oder Berlin zu ziehen, bringt das viele Vor- und Nachteile mit sich. Einerseits sind die Mietpreise und Lebenshaltungskosten oft sehr hoch, die Wege sind unerwartet lang und die Luft ist schmutziger. Andererseits erfährst du hier, was es heißt, multikulturell zu leben, unendliche Möglichkeiten zu haben und das wilde Nachtleben zu genießen. Außerdem lernst du jeden Tag neue interessante Leute kennen und stärkst dein Selbstbewusstsein.

Typ Kleinstadt

Deutschland hat auch sehr viele kleine gemütliche Städte zu bieten (z.B. Aachen, Ulm oder Halle), in denen du Medizin studieren kannst. Oft können diese Kleinstädte mit bezahlbaren Mieten punkten. Außerdem erreichst du hier die wichtigsten Spots mit dem Fahrrad und lernst meist sogar alle deine Nachbarn im Haus kennen. Eine große Auswahl an Konzerten oder eine breite Partylandschaft findest du hier natürlich nicht, doch bis zur nächsten Großstadt ist es ja oft nicht weit.

Solltest du dich für eine Stadt genauer interessieren und sie als Studienort in Betracht ziehen, so ist es ratsam, im Vorfeld ein Wochenende in dieser Stadt zu verbringen. So vermeidest du unangenehme Überraschungen.

Was ist der Unterschied zwischen Modell- und Regelstudiengang?

Das Medizinstudium wird in zwei Studiengangsarten angeboten: dem Modell- und dem Regelstudiengang.

Der Regelstudiengang lässt sich in drei Studienabschnitte unterteilen:

  1. Vorklinik (1.-4. Semester) → 1. Abschnitt der ärztlichen Prüfung (Physikum)
  2. Klinik (5.-10. Semester) → 2. Abschnitt der ärztlichen Prüfung (Hammerexamen)
  3. Praktisches Jahr (11. und 12. Semester) → 3. Abschnitt der ärztlichen Prüfung

Das erste Semester des Regelstudiengangs ist inhaltlich sehr naturwissenschaftlich geprägt. Unterrichtsfächer wie Physik, Chemie und Biologie stehen im Mittelpunkt. Zusätzlich wird meist auch mit der Lehre der Anatomie begonnen – sowohl theoretisch, als auch praktisch im Präpariersaal. Auch andere grundlegende Fächer wie Histologie und allgemeine Embryologie werden an den Universitäten/Hochschulen angeboten.

Der Modellstudiengang fokussiert sich auf eine praxisorientierte Lehre. Damit sollen die Studenten/innen motiviert werden und Spaß an ihrem Studiengang bekommen. Einerseits wird sich dabei durch den theoretischen Stoff gebissen, andererseits werden die Studenten/innen schon in den ersten Semestern mit praktischen Aufgaben belohnt.

Diese Studiengangsart ist nicht wie üblich in Unterrichtsfächer aufgeteilt, sondern nach Organsystemen oder Themenkomplexen geordnet. Dabei wird jedes Semester in unterschiedliche Module zerlegt, von denen sich jedes Modul mit einem bestimmten Thema beschäftigt. Die Modulreihenfolge ist so organisiert, dass die Studenten/innen in den ersten beiden Semestern die Grundlagen lernen und erst in den späteren Semestern z. B. komplexere Krankheitsbilder besprechen. Aber auch in den ersten Semestern haben die Studenten/innen Patientenvorstellungen und Untersuchungskurse. Das im Regelstudiengang übliche Physikum, welches nach der Vorklinik abgeleistet werden muss, fällt in vielen Modellstudiengängen weg.

Die Zulassungsverfahren von Modell-und Regelstudiengang unterscheiden sich nicht. Allerdings bieten die Universitäten/Hochschulen jeweils nur eine der beiden Studiengangsarten an. Sollte ein/e Student/in einen Studiengangs- oder Ortswechsel anstreben, so lässt sich das innerhalb des Modellstudiengangs nur relativ schwierig gestalten. Wer im Regelstudiengang studiert, der hat es wesentlich leichter den Ort oder auch die Studiengangsart zu wechseln.

Was ist das Hochschulranking?

Regelmäßig werden die deutschen Universitäten/Hochschulen mithilfe unterschiedlicher Indikatoren bewertet. Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) untersucht jedes Jahr die beliebtesten Studiengänge.

Das CHE Ranking setzt sich aus vielen verschiedenen Kriterien zusammen. Dazu zählen:

  • die allgemeine Studiensituation
  • die Betreuung durch die Lehrenden
  • die Famulatur
  • die Lehrangebote
  • die Studienorganisation
  • der Studieneinstieg
  • der Wissenschaftsbezug im Bereich der Lehre

Dabei sollte man dieses Ranking kritisch betrachten. Da es für die Bewertung einiger Aspekte zu wenige Informationen gab, kann es sein, dass der Platz einer Universität/Hochschule auf dieser Liste nichts darüber aussagt, wie „gut“ oder „schlecht“ diese in Wirklichkeit ist. Je mehr Informationen du über eine Universität/Hochschulen sammelst, desto leichter fällt es dir, eine Entscheidung zu treffen. Unter www.che-ranking.de kannst du dich kostenlos registrieren und auf das Ranking zugreifen.

Die Suche nach der Traum-Uni ist keine leichte und die Entscheidung für die finale Universität/Hochschule sehr schwer. Um dich dabei zu unterstützen, arbeiten wir momentan an einem Universitäten/Hochschulen-Vergleichs-Portal. Mithilfe dieses Vergleich-Services kannst du Universitäten/Hochschulen nach unterschiedlichen Vorlieben filtern und dir somit eine personalisierte Liste deiner Wunsch-Unis/Hochschulen erstellen.