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So schreibst du ein überzeugendes Motivationsschreiben!

In diesem Beitrag haben wir für dich die wichtigsten Tipps und Tricks zum Thema „Motivationsschreiben“ zusammengestellt und eine kleine Anleitung entwickelt. Aber denk immer dran: Je mehr Individualität, desto besser! Versuche deine eigenen Ideen mit einzubringen und so wenig wie möglich Mustersätze in deinem Motivationsschreiben zu verwenden.

Bewerbung

Wer sich an einer deutschen Universität um einen Medizinstudienplatz bewirbt, der sollte viel Zeit in das Motivationsschreiben investieren. Immer mehr Universitäten verlangen bei der Bewerbung kreative und enthusiastische Texte, welche die Motivationen der Bewerber/innen verdeutlichen. Das Motivationsschreiben bietet dir die Möglichkeit, dich ganz persönlich vorzustellen und den/die Leser/in davon zu überzeugen, dass du der/die Richtige für ein Medizinstudium bist. Da stellt sich natürlich noch die Frage: Wie kannst du dich von der Masse abheben und mit deinem Motivationsschreiben überzeugen?

Klassiker gehen immer!

Auch wenn dein Motivationsschreiben originell und individuell sein soll, ist es wichtig, dass du bestimmte Rahmenbedingungen einhältst. So wirkt dein Text kreativ, aber trotzdem noch seriös und formell.

  1. Der rote Faden

Es ist wichtig, dass der/die Leser/in eine Reihenfolge in deiner Argumentation erkennt und logisch nachvollziehen kann. Das gibt deinem Text eine verständliche Struktur.

  1. Rechtschreibfehler vermeiden

Achte darauf, dass dein Text fehlerfrei ist! Um Fehler zu vermeiden, kannst du dein Motivationsschreiben von mehreren Freuden oder Familienmitgliedern gegenlesen lassen. Sie können dich auf Rechtschreibfehler oder Unstimmigkeiten im Satzbau hinweisen. Außerdem gibt es auch online diverse Rechtschreibprüfungssoftwares.

  1. Visuell ansprechende Gestaltung

Eine geschmackvolle Gestaltung ist sehr wichtig, da sie dem/der Leser/in meist als Erstes auffällt. Das Layout deines Motivationsschreibens sollte sich optisch deinen restlichen Unterlagen anpassen. Auch hier kannst du Freunde oder Familienmitglieder um Rat fragen.

  1. Weniger ist mehr

Dein Motivationsschreiben sollte einen angemessenen Umfang haben und nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein.

Je mehr Individualität, desto besser

Egal an welcher Universität du dich bewirbst: Du bist leider nicht der/die Einzige! Innerhalb der Bewerbungsfristen erhalten die Universitäten täglich Hunderte Bewerbungen, die kaum voneinander zu unterscheiden sind. Deshalb ist es wichtig, dass sich deine Bewerbung von der Masse abhebt! Das Motivationsschreiben gibt dir die Möglichkeit, deine persönlichen Stärken aufzuzeigen und zu beweisen, dass du genau der/die Richtige für das Medizinstudium bist.

Interessante Überschrift

Viele Bewerber/innen unterschätzen die Überschrift. Dabei kannst du schon hier Punkte sammeln und dir etwas Originelles einfallen lassen. Anstatt einer langweiligen Überschrift wie „Motivationsschreiben“, kannst du z. B. eine Frage stellen („Warum ich die/der Richtige für das Medizinstudium an der (Name der Universität) bin?“), die du im Verlauf deines Textes beantworten wirst. Überschriften wie „Was Sie über mich wissen sollten“ oder „Gründe, warum ich für das Medizinstudium geeignet bin“ strahlen auch immer eine gewisse Selbstsicherheit aus und setzen ein Statement.

Verzichte auf Klischees

Auch wenn es der Wahrheit entspricht und du schon als Kind den Traum hattest, Arzt/Ärztin zu werden: Universitäten hören diesen Satz in jedem zweiten Motivationsschreiben. Deshalb solltest du lieber Taten sprechen lassen. Du kannst deine Chancen im Bewerbungsverfahren erhöhen, wenn du erzählst, welche positiven Erfahrungen du schon im medizinischen Bereich machen konntest. Hast du z. B. schon ein FSJ im Krankenhaus gemacht oder ein Praktikum in einer medizinischen Einrichtung absolviert? Super! Solche Erfahrungen solltest du unbedingt in dein Motivationsschreiben einbauen.

Solltest du Praktika in anderen Bereichen gemacht haben, dann kannst du diese trotzdem erwähnen. Sie können der Universität beispielsweise Auskunft über deinen sozialen Kompetenzen geben. Wenn du schon interkulturelle Erfahrungen im Ausland gesammelt hast, solltest du auch darüber in deinem Motivationsschreiben berichten! Sprachliche Kompetenzen werden im Alltag immer wichtiger und sind auch für die ärztliche Tätigkeit sehr wichtig.

Egal welche Erfahrungen du zuvor gemacht hast, im Bewerbungsverfahren um einen Medizinstudienplatz können sie alle von Vorteil sein. Du musst sie nur richtig präsentieren! Ein Hobby, welches du schon mehrere Jahre betreibst, kann z. B. ein Zeichen für dein Durchhaltevermögen sein. Solche Aktivitäten kannst du auch in deinem Motivationsschreiben erwähnen.

Spannende Einleitung

„Hiermit bewerbe ich mich um …“, so beginnen in der Regel die meisten Motivationsschreiben. Damit du aus der Masse herausstichst, solltest du ein Statement setzen und deinen Einstieg besonders spannend gestalten. Du könntest z. B. direkt mit deinen Stärken beginnen oder deine ganz persönliche Motivation für dieses Studium erläutern („Ich möchte Medizin studieren, weil…“).

Wissen ist Macht

Es gibt immer wieder Studenten/innen, die ihr Studium nach einigen Semestern abbrechen. Grund dafür sind z. B. eine zu große Belastung oder unerwartete Studieninhalte. Damit die Quote der Studienabbrecher aber möglichst gering bleibt, nehmen die Universitäten gerne Bewerber/innen an, die wissen, was auf sie zu kommt. Punkte also im Motivationsschreiben mit deinem Wissen über Studieninhalte und einer hohen Belastbarkeit.

Da die Studienplätze in Deutschland so stark limitiert sind, solltest du im Motivationsschreiben beweisen, dass du in der Zukunft unbedingt im medizinischen Bereich tätig sein möchtest. Wenn du bereits das Krankenpflegepraktikum absolviert hast (bis zum Physikum ist das Krankenpflegepraktikum Pflicht für jede/n Medizinstudierende/n), solltest du das auch im Motivationsschreiben erwähnen. Optimal wäre es, wenn du das Praktikum sogar an der Uniklinik der jeweiligen Universität absolviert hast. In deinem Text solltest du dann über deine positiven Erfahrungen berichten. Wenn du Kontakt zu Ärzten/innen oder Medizinstudenten/innen hast, dann kannst du auch diese Beziehungen in deinem Motivationsschreiben benennen.

Viele Universitäten haben unterschiedliche Forschungsschwerpunkte. Informiere dich vor deiner Bewerbung über die Schwerpunkte deiner Wunschuniversität. Wenn du viel über die Universität und ihre Forschung weißt und dieses Wissen gekonnt im Motivationsschreiben einbaust, dann könnte dir das einen Vorteil bei der Prüfungskommission verschaffen. Dies zeigt auch eine gewisse Seriosität und Zielstrebigkeit.

Auch bei der Aufnahmeprüfung kann dir dein Wissen zur Universität weiterhelfen. Welche Fragen dich dort erwarten, erfährst du in unserem Artikel „Auswahlgespräch im AdH: So überzeugst du alle von dir„.

Hauptteil

Im Hauptteil solltest du belanglose Floskeln/Worte wie z. B. innovativ, dynamisch, umfangreiche Erfahrung, ergebnisorientiert, etc. vermeiden. Am sichersten überzeugst du mit deiner Persönlichkeit und deinen Erfahrungen (z. B. Praktika, Hobbies, etc.). Auch bereits vorhandenes Wissen über das Studium und die Universität ist wichtig.

Dein Motivationsschreiben sollte außerdem unbedingt eine zentrale Frage klären: Warum hast du dich für diese Universität entschieden? Es ist also nicht nur wichtig, deine Motivation für das Medizinstudium zu erklären, sondern auch, warum du dich für diese konkrete Universität in dieser Stadt entschieden hast. Folgende Argumente könntest du beispielsweise als Begründung angeben:

  • Du möchtest Kardiologe/in werden und die Uniklinik ist das größte Herzzentrum Deutschlands
  • Du möchtest unbedingt in einem Modellstudiengang studieren
  • Du möchtest in der Nähe deiner Familie sein
  • Du kennst jemanden, der an der Universität studiert/studiert hat
  • Du bist ein Groß-/Kleinstadtmensch

Schluss

Nachdem du dein Motivationsschreiben beendet hast, möchtest du es einfach nur noch losschicken. Aber halt! Hast du dir auch Gedanken über einen guten Schluss gemacht? Oft lautet der letzte Satz beim Motivationsschreiben „Über eine persönliche Einladung würde ich mich sehr freuen“. Wenn du am Ende allerdings im Konjunktiv sprichst, dann schwächt das deine ganze Argumentation und überzeugende Art aus dem Hauptteil wieder ab. Folgende Beispiele eignen sich viel besser für einen beeindruckenden Abschluss: „Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich.“ oder „Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich auf eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch!“.