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Landarztquote: Chancen, Bewerbung, Ablauf

Die Landarztquote ist neben den herkömmlichen Auswahlkriteren (AdH, Abiturbestenquote, ZEQ) eine weitere Möglichkeit, einen Studienplatz für Medizin zu erhalten. Hier erfährst du alles zum Thema Bewerbung und Ablauf der Landarztquote!

Bewerbung

Durch das neue Zulassungsverfahren für zulassungsbeschränkte Studiengänge wie Medizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie ergeben sich viele neue Möglichkeiten, einen Studienplatz zu erhalten. Neben der Abiturbestenquote, dem Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) und der Zusätzlichen Eignungsquote (ZEQ) soll es nun eine weitere Quote, die sogenannte Landarztquote, geben. Im folgenden erfährst du, welche Bundesländer die Landarztquote anbieten und was du für die Bewerbung wissen musst!

Was ist die Landarztquote?

Über die Landarztquote wird ein Teil der Studienplätze für das Medizinstudium vergeben. Die Zahl der angebotenen Studienplätze kann sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Die Quote ist für Studienbewerber/innen gedacht, welche Interesse an der hausärztlichen Tätigkeit zeigen und/oder gerne im ländlichen Raum arbeiten möchten. Letztendlich muss in diesem Zusammenhang jedoch auch ein Vertrag unterschrieben werden, der eine Weiterbildung als Facharzt für Allgemeinmedizin/Innere Medizin verbindlich macht. Ebenso muss die Tätigkeit in einem sogenannten „unterversorgten“ oder von „Unterversorgung bedrohten Gebiet“ ausgeübt werden. Diese Gebiete finden sich zumeist im ländlichen Bereich.

Welche Bundesländer bieten die Landarztquote an?

Welches Bundesland die Landarztquote anbietet, findest du auf Hochschulstart. Derzeit bieten aber (Stand August 2020) die folgenden fünf Bundesländer die Quote an:

  • Bayern
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Sachsen-Anhalt
  • Saarland

Obwohl sich die Auswahlquote der Bundesländer grundsätzlich ähnelt, fällt die Gewichtung der einzelnen Kriterien teilweise unterschiedlich aus. Eine Zulassung bezieht sich lediglich auf Universitäten im jeweiligen Bundesland.

Bayern

Grundsätzlich lässt sich das Auswahlverfahren in zwei Stufen einteilen. In einem ersten Schritt werden folgende Auswahlkriterien berücksichtigt:

Schritt 1

  • TMS (Medizinertest)
  • Berufsausbildung in einem Gesundheitsberuf
  • Dauer der Berufstätigkeit
  • Art und Dauer einer ehrenamtlichen Tätigkeit

Schritt 2

Anschließend finden strukturierte Auswahlgespräche statt. Es wird kein spezifisches Fachwissen vorausgesetzt.

Nordrhein-Westfalen

Wer sich für einen Studienplatz in Nordrhein-Westfalen bewerben möchte, durchläuft auch hier ein zweistufiges Auswahlverfahren.

Schritt 1

  • Gesamtnote der Hochschulzugangsberechtigung (Abitur): 30%
  • TMS (Medizinertest): 30%
  • Berufserfahrung und Ausbildungszeiten: 40%

Schritt 2

Anschließend finden strukturierte Auswahlgespräche statt. Es wird voraussichtlich kein spezifisches Fachwissen vorausgesetzt.

Rheinland-Pfalz

Schritt 1

  • TMS (Medizinertest)
  • Berufsausbildung in einem Gesundheitsberuf
  • Dauer der Berufstätigkeit
  • Art und Dauer einer ehrenamtlichen Tätigkeit

Schritt 2

Anschließend finden strukturierte Auswahlgespräche statt. Es wird voraussichtlich kein spezifisches Fachwissen vorausgesetzt.

Sachsen-Anhalt

  • Abiturdurchschnitt: 10%
  • Ergebnis des Studierfähigkeitstests (in Magdeburg): 50%
  • Berufsausbildung/Berufstätigkeit/praktische Tätigkeit: 40%

Saarland

Schritt 1: Vorauswahl

  • Abiturdurchschnitt: 30%
  • TMS (Medizinertest): 30% (Der Nachweis des TMS ist keine Zulassungsvoraussetzung, erhöht jedoch die Chancen, ausgewählt zu werden!)
  • Einschlägige Berufserfahrung und Ausbildungszeiten (max. 48 Monate): 40% (Der Nachweis des TMS ist keine Zulassungsvoraussetzung, erhöht jedoch die Chancen, ausgewählt zu werden!)

Schritt 2

Anschließend finden strukturierte Auswahlgespräche statt. Es wird voraussichtlich kein spezifisches Fachwissen vorausgesetzt.

Der Bewerbungsprozess für die Landarztquote

Im folgenden wird nun das Bewerbungsverfahren genauer erklärt. Zunächst solltest du wissen, dass für die Bewerbung das Einsenden deiner Unterlagen an die Bewerbungsstelle des jeweiligen Bundeslandes nicht ausreicht. Vielmehr benötigst du eine individuelle Bewerber-ID, welche du dir im Portal von Hochschulstart einrichten kannst. Anschließend benötigst du eine Registrierung im Dialogorientierten Serviceverfahren (DoSV). Ebenfalls musst du den „bundesland-spezifischen“ Vertrag für die Landarztquote unterschrieben abgeben. Was du außerdem noch an Bewerbungsunterlagen benötigst, kannst du jederzeit auf den jeweiligen Internetseiten der Länder nachlesen.

Zusammenfassend brauchst du also in jedem Fall:

  • Ein elektronisch ausgefülltes Bewerbungsformular
  • Eine zusätzlich ausgedruckte und unterschriebene Bewerbung (dazu zählt auch der Vertrag für die Landarztquote)
  • Einen registrierten Account bei Hochschulstart (sowie eine Registrierung im Dialogorientierten Serviceverfahren)

Darüber hinaus solltest du dich auf der jeweiligen Internetseite informieren, welche Unterlagen zusätzlich benötigt werden.

Wenn dir Begriffe wie „Hochschulstart„, „Dialogorientiertes Serviceverfahren“ und das damit verbundene Procedere (wie z.B. Zulassungsbescheid/Ablehnungsbescheid) noch nichts sagen, findest du hier eine detaillierte Beschreibung zum Bewerbungsprozess.