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Krankenpflegepraktikum für Medizinstudenten: 4 Tipps & Tricks

Das Krankenpflegepraktikum ist die beste Möglichkeit, innerhalb des Studiums den Krankenhausalltag und das ärztliche Personal kennenzulernen. Außerdem kann der Umgang mit Patienten geübt und erste eigene Erfahrungen bei bestimmten Behandlungen gemacht werden. Das Krankenpflegepraktikum kann sogar im Ausland absolviert werden. Wer sich für ein Praktikum bewerben will, der muss einiges beachten. Hier kannst du dich rund um das Thema Krankenpflegepraktikum informieren!

Ablauf

Egal, ob du an einer staatlichen, einer ausländischen oder einer privaten Universität/Hochschule studieren möchtest: Als Medizinstudent/in musst du ein Krankenpflegepraktikum absolvieren. Manche Universitäten/Hochschulen setzen das Krankenpflegepraktikum sogar schon bei der Bewerbung voraus.

Solltest du nach dem Abitur und vor dem Studienbeginn keine Verpflichtungen und viel Freizeit haben, dann kannst du diese Zeit für die Absolvierung des Krankenpflegepraktikums nutzen. Wichtig dabei ist, dass das Praktikum nicht innerhalb der Schulzeit/-ferien absolviert wurde.

Auch wenn das Praktikum in bis zu drei 30-tägigen Abschnitten absolviert werden kann, so empfiehlt es sich, über einen längeren Zeitraum auf einer bestimmten Station in einem Krankenhaus zu bleiben. Das Pflegeteam freut sich immer über Praktikanten/innen, die einer Station mehr Zeit widmen wollen. Der Vorteil dabei ist, dass du die Chance hast, einen persönlichen Bezug zu temporären Kollegen/innen aufzubauen. In den ersten Wochen lernst du wahrscheinlich erst mal nur den Krankenhausalltag und das Personal kennen. Erst später kannst du für das Pflegepersonal eine echte Hilfe sein. Dafür musst du alle Abläufe kennen.

Wenn du sehr viele unterschiedliche Erfahrungen und Einblicke sammeln möchtest, dann macht es für dich mehr Sinn, dein Krankenpflegepraktikum in mehreren Abschnitten auf verschiedenen Stationen zu absolvieren.

1. Bewerbung auf einen Krankenpflegepraktikumsplatz

Wer sich auf ein Krankenpflegepraktikum bewerben möchte, der sollte sich schon früh um einen Praktikumsplatz bemühen. Um das Risiko zu minimieren, keinen Praktikumsplatz zu bekommen, solltest du dich am besten schon drei bis vier Monate im Voraus bei der entsprechenden Klinik melden. Die Pflegedienstleitung ist für die Vergabe der Praktikumsplätze zuständig. Auch wenn du dir noch nicht sicher bist, auf welcher Station du dein Praktikum absolvieren möchtest, beraten dich die Pflegedienstleiter/innen meist gerne.

Damit dein Krankenpflegepraktikum anerkannt wird, muss es bestimmte Bedingungen erfüllen. Diese sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Das Praktikum auf einer psychiatrischen oder psychosomatischen Station wird z. B. in manchen Bundesländern nicht anerkannt. Außerdem erwarten einige zuständige Landesprüfungsämter noch eine genaue Tätigkeitsbeschreibung der Pflegedienstleitung, um dein Pflegepraktikum anzuerkennen.

Grundsätzlich wird das Krankenpflegepraktikum in folgenden Einrichtungen nicht anerkannt:

  • Behindertenheim
  • Altenpflegeheim
  • Notaufnahme oder Ambulanz
  • Arzt- oder Gemeinschaftspraxis
  • Rehabilitationseinrichtung
  • Vorsorgeeinrichtung
  • Operationssaal
  • Anästhesie
  • Dialysestation
  • Mobiler Pflegedienst

Die Bewerbung auf das Krankenpflegepraktikum läuft formlos ab. Meist sind der Lebenslauf und ein persönliches Gespräch ausreichend. Ist die Pflegedienstleitung von dir überzeugt, dann bekommst du einen Praktikantenvertrag. Dort ist auch vermerkt, ob das Praktikum bezahlt ist oder nicht und in welchem Zeitraum du auf welcher Station tätig sein wirst.

Meistens bieten dir die Krankenhäuser ein unbezahltes Praktikum an, obwohl es immer mehr bezahle Praktikumsplätze gibt. Auch wenn es nur 450 Euro im Monat sind, macht es Sinn, nach solchen Praktikumsplätzen zu suchen.

2. Krankenpflegepraktikum im Ausland

Ebenso wie die Famulatur findet auch das Krankenpflegepraktikum in der vorlesungsfreien Zeit statt. Das heißt, dass das Praktikum nicht zwangsläufig in Deutschland absolviert werden muss. Wenn du schon an einer Universität/Hochschule eingeschrieben bist, dann kannst du dich bei der Studentenberatung zum Thema „Krankenpflegepraktikum im Ausland“ informieren. Oft gibt es Austauschprogramme und internationale Kontakte der Universität/Hochschule, die du nutzen kannst. Selbstverständlich kann man den kompletten Aufenthalt auch alleine organisieren.

Im Ausland solltest du dich aber so früh wie möglich bei den Krankenhäusern erkundigen, ob und wie viele Praktikumsplätze sie vergeben. Bevor du das Praktikumsangebot eines ausländischen Krankenhauses annimmst, solltest du unbedingt bei dem zuständigen Landesprüfungsamt nachfragen, ob die Tätigkeit angerechnet wird.

Wer sich im Ausland auf einen Praktikumsplatz bewerben möchte, der muss meist bestimmte Sprachkenntnisse vorweisen können. Auch wenn offiziell nur Englisch als Sprache erforderlich ist, fällt es oft schwer, sich mit den Patienten/innen nur auf Englisch zu unterhalten. In der Regel sind sie die Patienten/innen relativ alt und können in Ländern wie Peru oder Japan kaum Englisch. Zwei Fremdsprachen zu lernen und zu benutzen kann eine echte Herausforderung sein. Im Nachhinein wirst du es aber nicht bereuen.

3. Das lernst du bei einem Krankenpflegepraktikum

Um das Krankenpflegepraktikum sinnvoll nutzen zu können, solltest du auch diesen Teil des Studiums als sehr wichtig ansehen. Ebenso wie in einer Vorlesung kannst du dir während deines Praktikums alle wichtigen Fragen oder Begrifflichkeiten notieren. Bei Fragen zu bestimmten Vorgängen stehen dir die Pflegekräfte und Ärzte/innen immer zur Seite.

Von Patienten/innen kannst du ebenfalls sehr viel lernen. Gezielte Kommunikation, aufmerksames Zuhören, Mitgefühl zeigen und die Überzeugungsfähigkeit verbessern: Das alles sind Fähigkeiten, die du während des Pflegepraktikums entwickelst oder ausbaust. Diese können auch deine Entscheidung bei der Wahl einer bestimmten Fachrichtung beeinflussen.

4. So umgehst du das Krankenpflegepraktikum

Falls du eine der folgenden Ausbildungen abgeschlossen hast, kannst du dich von dem Pflegepraktikum befreien lassen.

  • Hebamme oder Entbindungspfleger
  • Medizinische/r Fachangestellte/r
  • Rettungssanitäter/in
  • Notfallsanitäter/in
  • Krankenpfleger oder Krankenschwester
  • Altenpfleger/in
  • Krankenpflegehelfer/in oder Altenpflegehelfer/in

Auch nach einer krankenpflegerischen Tätigkeit in folgenden Rahmen, musst du kein Krankenpflegedienst mehr ableisten:

  • Freiwilliges Soziales Jahr oder Zivildienst
  • Sanitätsdienst bei der Bundeswehr
  • Bundesfreiwilligendienst
  • Jugendfreiwilligendienst

Wir wünschen dir viel Spaß und Glück bei deinem erstem Krankenpflegepraktikum und hoffen, dass wir alle deine Fragen in diesem Blogbeitrag beantworten konnten.

Podcast zum Artikel

Im Podcast „Küchenmedizin“ geben dir unsere Autoren viele weitere Tipps bezüglich des Krankenpflegepraktikums. Darüber hinaus geben sie dir in einer weiteren Folge einige wichtige Überlebenstipps (aus eigenen Erfahrungen) und zeigen dir, wie du dich im Krankenhaus als Praktikant/in verhalten solltest und welche Regeln es zu beachten gilt!

Allgemeines zum Praktikum

Verhaltensregeln als Praktikant/in im Krankenhaus