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Die Université Claude Bernard Lyon 1 wurde 1971 durch den Zusammenschluss der naturwissenschaftlichen und medizinischen Fakultäten gegründet. Auch heute ist dieser Fokus noch erkennbar: Über 47.000 Studierende sind an den zahlreichen natur- und gesundheitswissenschaftlichen Studiengängen eingeschrieben. Die Universität hat über 4600 Mitarbeiter und mehrere Standorte in und um Lyon. Auch Medizin kann man an zwei verschiedenen und eigenständigen Fakultäten studieren, nämlich in Lyon-Ost sowie Lyon-Sud. Die Fakultät Lyon-Ost liegt im Zentrum von Lyon auf dem Rockefeller Campus und hat etwa 12.000 Studierende. Neben Medizin gibt es hier die Schwerpunkte Pharmazie, Zahnmedizin und Rehabilitationswissenschaften. In Zusammenarbeit mit den umliegenden Krankenhäusern wechseln sich Krankenhauspraktika und die universitäre Lehre im Sechs-Wochen-Rhythmus ab. Die Fakultät Lyon-Sud ist auf Medizin und Hebammenwesen spezialisiert und mit über 3000 Studierenden im Vergleich zu Lyon-Est etwas kleiner. Der Campus liegt südlich von Lyon und ist direkt in das Universitätskrankenhaus Hôpital Lyon Sud integriert.
Das Medizinstudium in Frankreich ist generell komplett anders aufgebaut als in Deutschland. Man kann nicht direkt mit dem klassischen Medizinstudium beginnen, sondern muss über das sogenannte „PASS“ oder „L.AS“ dazu Zugang bekommen. Man beginnt quasi ein anderes Bachelorstudium und wechselt nach frühestens einem Jahr in den Medizinstudiengang. Im PASS studiert man einen „Health Major“ mit einer Nebenfachrichtung außerhalb des Gesundheitsbereichs und kann sich nach einem Jahr mit einer Auswahlprüfung auf den Medizinstudiengang bewerben. Im L.AS wird das Studium mit einem Hauptstudienfach außerhalb des Gesundheitssektors begonnen, man belegt aber zusätzliche Gesundheitsmodule (etwa 10 ECTS pro Jahr) und kann sich anschließend ebenfalls basierend auf den akademischen Leistungen und einer Aufnahmeprüfung auf den Medizinstudiengang bewerben. Lyon hat eine große Auswahl an PASS-Nebenfächern sowie LAS-Studienfächern in den Bereichen Naturwissenschaften, Technik, Geisteswissenschaften und sogar Jura.
Das eigentliche Medizinstudium wird aufgeteilt in das sogenannte „DFGSM“ (Diplôme de Formation Générale en Sciences Médicales), „DFASM“ (Diplôme de Formation Approfondie en Sciences Médicales) und „Internat“ (Facharztausbildung). Das DFGSM geht vom 2.-4- Jahr und ist das Grundstudium, es entspricht etwa dem vorklinischen Abschnitt in Deutschland. Der Fokus liegt auf den theoretischen Grundlagen und ersten klinischen Praktika. Das DFASM geht vom 5.-7. Jahr, hier gibt es intensivere klinische Abschnitte in verschiedenen Fachbereichen und man wählt einen bevorzugten medizinischen Fachbereich. Am Ende des 6. oder 7. Studienjahrs folgt außerdem ein nationaler Auswahltest, der sogenannte ECNI (Examen Classant National Informatisé), welcher je nach Platzierung über die Wahl der Fachrichtung sowie den Ort der Facharztweiterbildung entscheidet. Das „Internat“ bzw. die Facharztausbildung geht 3-7 Jahre, abhängig von der ausgewählten Fachrichtung. Nach der Abschlussarbeit schließt man mit dem Diplôme d’État de Docteur en Médecine, dem staatlichen Doktortitel, die Ausbildung ab.
Wie erwähnt bewirbt man sich nicht auf das Medizinstudium direkt, sondern auf PASS-oder L.AS-Studiengänge, worüber ein späterer Zugang bzw. eine Bewerbung auf das eigentliche Medizinstudium ermöglicht wird. Diese Auswahl erfolgt auf Basis von den Studienleistungen und Aufnahmeprüfungen. Gute Französischkenntnisse werden vorausgesetzt und müssen nachgewiesen werden. Die Bewerbung für PASS/L.AS läuft für französische Bewerber sowie EU-Bürger über Parcoursup, nicht über die Universität selbst.
Lyon ist nicht nur die drittgrößte Stadt Frankreichs, sondern mit über 150.000 Studierenden auch einer der attraktivsten Studienorte des Landes. Die Stadt liegt im Südosten Frankreichs, zwischen den Alpen und der Provence, wodurch zwei sehr unterschiedliche Landschaften gut erreichbar sind. Aber auch Lyon selbst hat viel zu bieten: An der Universität gibt es über 70 Studentenvereinigungen sowie ein breites Sport- und Kulturangebot, und auch außerhalb der universitären Angebote wird es in Lyon nie langweilig. Es gibt zahlreiche Konzerte, Theater oder Museen und im Dezember findet jährlich das berühmte Lichterfest „Fête des Lumières“ statt.
In der historischen Altstadt sowie den umliegenden, moderneren Vierteln finden sich viele Ausgehmöglichkeiten. Gleichzeitig laden die vielen Grünflächen, wie der Parc de la Tête d’Or, oder die Ufer an der Rhône zum Entspannen oder Sporttreiben ein. Zudem verfügt Lyon über ein hervorragendes öffentliches Verkehrsnetz, durch das sämtliche Orte innerhalb der Stadt gut zu erreichen sind. Auch andere Städte in Frankreich sowie Ziele in umliegenden Ländern sind mit dem Zug oder Fernbus gut erreichbar und daher immer einen Ausflug wert.
Die hohe Lebensqualität zeigt sich allerdings auch in den Lebenshaltungskosten, besonders in den Mietpreisen. Während die Kosten niedriger sind als in Paris, sollten sie nicht unterschätzt werden. Es gibt jedoch von der Universität Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung, durch welche Studierende beispielsweise französisches Wohngeld (APL) erhalten können. Private Wohnungen sind deutlich teurer als eine Unterkunft in einem der CROUS-Wohnheime und auch bei der täglichen Versorgung gibt es große Preisunterschiede. Wer etwas Geld sparen möchte, findet in den recht günstigen Mensen oder kleinen Bäckereien und Märkten eine gute Auswahl.
Das Medizinstudium in Lyon wird europaweit anerkannt.
Du möchtest in Lyon Medizin studieren? Mit mehr als 10 Jahren Erfahrung ist StudiMed ein Experte rund um das Thema Medizinstudium im Ausland. Das Kölner Unternehmen hat bereits über 2.000 Abiturienten/innen bei der Verwirklichung ihres Traums vom Medizinstudium geholfen. Das Team von StudiMed begleitet dabei seine Kunden auf dem gesamten Weg ihres Studiums von der Einschreibung bis zur Approbation: Bei der Wahl der passenden Universität, über das Zulassungsverfahren, kostenlosen Kursen und etwaige erforderliche Lernangebote für Aufnahmetests und Studium, bis zur Organisation des Lebens vor Ort. Den neuen Studenten/innen steht vor Ort ein fester StudiMed-Ansprechpartner zur Seite, der sie bei der Wohnungssuche und Behördengänge in der Landessprache unterstützt.