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Welche Kenntnisse & Eigenschaften benötige ich für das Medizinstudium?

Willenskraft, Selbstdisziplin und Empathie sind nur drei der Eigenschaften, die du als angehende/r Arzt/Ärztin haben solltest. Viele Fähigkeiten, die in der Zukunft für deinen Beruf wichtig sein werden, erlernst du schon während deines Abiturs oder spätestens beim Medizinstudium. Welche Kenntnisse wirklich wichtig und entscheidend für die Zulassung zum Studium sind oder Voraussetzungen, um eine ärztliche Tätigkeit auszuüben, das erfährst du hier!

Bewerbung

Viele Abiturienten/innen fragen sich, was sie einmal werden sollen und was sie dafür studieren müssen. Einige davon entscheiden sich für den Beruf des/der Arztes/Ärztin. Aber welche Kenntnisse und Eigenschaften muss man eigentlich haben, um das Medizinstudium beginnen zu können? Während des Abiturs werden einem schon viele Fähigkeiten beigebracht, die dir das Leben während des Studiums erleichtern.

Diese Eigenschaften bringen dich weiter

Willenskraft

Während des Medizinstudiums wirst du oft an deine Grenzen stoßen. Aus diesem Grund sollte es dein Traum sein, Arzt/Ärztin zu werden. Nur eine starke Motivation und eine feste Überzeugung helfen dir, durch das schwere Studium zu kommen. Auch nach dem Studium wird es nicht einfacher. Die Schichtarbeit fordert auch die Bereitschaft am Wochenende, nachts und 24 Stunden lang zu arbeiten. Das sind leider keine Ausnahmen, sondern Tatsachen des normalen Berufslebens.

Im Studium selbst werden dir nicht alle Fächer Spaß machen. Um alle Klausuren zu bestehen, musst du sehr fleißig sein und regelmäßig lernen. Bei vielen Fächern wird es nicht ausreichen, nur auswendig zu lernen. Einige Inhalte solltest du auch verinnerlichen und verstehen. Dabei hilft dir der regelmäßige Besuch der Vorlesungen. Da keine der Vorlesungen Pflicht ist, solltest du immer motiviert bleiben, um jeden Morgen freiwillig früh aufzustehen und zur Uni zu fahren. Einige Universitäten/Hochschulen laden die Vorlesungen oder die Skripte der Dozenten auch im Anschluss auf Moodle hoch. Moodle ist ein Universitätsportal, auf welchem Kursanmeldungen oder die Vorbereitungen zum Seminar stattfinden.

Egal, bei welcher Universität/Hochschule du dich bewirbst: In der Regel musst du auch schon vor Studienbeginn deine Motivation und Willenskraft unter Beweis stellen. Dies erfolgt meist zuerst in einem Motivationsschreiben/-brief, später dann während der Aufnahmeprüfung.

Selbstdisziplin

Neue Universität/Hochschule, neue Herausforderungen! Wenn du mit dem Studium beginnst, musst du Selbstdisziplin und selbstständiges Arbeiten lernen und zu deinen Eigenschaften machen. Keiner der Dozenten oder Professoren wird dich dazu zwingen deine Hausaufgaben zu erledigen. Außerdem wird deine Anwesenheit nur in den Pflichtveranstaltungen kontrolliert, ansonsten steht es dir frei, bestimmte Vorlesungen zu besuchen oder nicht.

Weder deine Eltern noch deine Lehrer werden dich jetzt noch kontrollieren. Um erfolgreich zu lernen und dein Studium zu absolvieren, musst du vieles selbst organisieren und managen. In den Vorlesungen solltest du mitschreiben oder wenigstens gut zuhören. Die Anmeldung für alle Veranstaltungen/Vorlesungen erfolgt meistens online und zu genauen Fristen. Hast Du die Frist verpasst, darfst du die Veranstaltung erst ein Jahr später besuchen.

Die Klausuren sind in der Regel am Ende des Semesters. Die Bibliotheken haben aber eigentlich immer offen. Spätestens in der Klausuren-Phase solltest du nur deine Bücher mitnehmen und lernen gehen. In der Bibliothek funktioniert dies meist ganz gut, da man sich dort gut konzentrieren kann und weniger abgelenkt ist. Vor allem während der intensiven Lernzeit für die Klausuren ist eine starke Selbstdisziplin wichtig.

Psychische Belastbarkeit

Eine wichtige Voraussetzung, um Arzt/Ärztin zu werden, ist natürlich die psychische Belastbarkeit. Du wirst täglich mit menschlichem Leiden und Trauer zu tun haben. Egal ob du später in der Chirurgie, der Gynäkologie oder der Psychiatrie tätig sein wirst: Deine Patienten/innen werden ihre Probleme und Gefühle mit dir teilen und auf deine Hilfe und deinen Rat bauen. Schon ab dem ersten Semester des Medizinstudiums werden die Studierenden an echten Leichen üben. Dies erfordert ebenfalls starke Nerven und bedeutet für einige Studenten/innen eine psychische Überwindung.

Empathie

Jede/r Arzt/Ärztin verfolgt das Ziel, den Menschen zu helfen. Dabei ist es aber nicht immer erforderlich, rein wissenschaftlich zu handeln, sondern auch menschlich. Deshalb ist es unbeschreiblich wichtig, dass Empathie eine deiner Eigenschaften ist. Auch wenn die Zeit für Gespräche mit den Patienten/innen immer knapp ist, sollte man sich gegenüber den Patienten/innen immer menschlich und empathisch verhalten. Fühlt sich der Leidende von dem/der Arzt/Ärztin verstanden und Wert geschätzt, dann ist das schon mal die halbe Miete und das bleibt den Patienten/innen positiv in Erinnerung.

Innerhalb des Studiums lernst du im Fach Psychologie auch, wie du am besten mit den Patienten/innen und ihren Angehörigen umgehst. Ein gutes Verhältnis zwischen Arzt/Ärztin und Patient/in ist nicht nur förderlich für eine effizientere Behandlung, der/die Patient/in erscheint auch lieber zum nächsten Termin und empfiehlt den Arzt/die Ärztin eventuell sogar weiter.

Welche Kenntnisse benötige ich für das Medizinstudium?

Benötigt man das Latinum für das Medizinstudium?

Das Latinum ist keine Voraussetzung für die Bewerbung für das Medizinstudium. Allerdings kann es deine Chancen erhöhen, angenommen zu werden. Da die ersten Semester sehr lernintensiv sind, ist es sinnvoll schon ein Grundvokabular im Lateinischen zu beherrschen. Alle Termini in Anatomie lernst du später auf Latein und ein Terminologie Kurs kommt noch dazu.

Naturwissenschaftliche Leistungskurse

Die ersten vier Semester des Medizinstudiums (im Regelstudiengang) bestehen überwiegend aus Grundlagen der Naturwissenschaften. Zuerst wirst du dich mit den Grundlagen in den Unterrichtsfächern Chemie, Physik und Biologie beschäftigen. Darauf bauen dann die Kurse in Physiologie und Biochemie auf. Das erlernte Wissen nutzt du dann dafür, um die Ursache und die Behandlung einer Krankheit zu bestimmen. Wenn du im Abitur die naturwissenschaftlichen Fächer auf erhöhtem Anforderungsniveau gelegt hast, dann ist das für den Beginn des Medizinstudiums definitiv ein großer Vorteil.

Praktische Erfahrungen

Taten sagen mehr als Worte! Innerhalb des Auswahlverfahrens kannst du nicht nur dein Interesse für die Medizin ausdrücken, sondern auch beweisen, dass du in diesem Bereich erste Erfahrungen sammeln konntest und bereits Zeit und Kraft investiert hast, deinem Traum näher zu kommen. Als praktische Erfahrungen gelten dabei z. B. ein absolviertes Krankenpflegepraktikum, das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) oder auch eine Berufsausbildung. Diese Erfahrungen beweisen dem Auswahlkomitee deine Motivation und helfen dir auch selbst bei deiner Entwicklung weiter.

Podcast zum Artikel

In dieser Episode diskutieren unsere Autoren begleitend zum Artikel über die Eigenschaften, die du als angehende Mediziner/in für die erfolgreiche Bewältigung des Studiums am meisten brauchst!